Spielmanns- und Fanfarenzug Selb
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Selb - Ein wirrer Haufen begeisterter Marschmusiker. Weder ein eingetragener Verein, noch streng organisiert: So nennt Vorsitzende Bettina Zebisch liebevoll ihren Selber Spielmanns- und Fanfarenzug. Und das der so "wirr" ist, darauf ist sie auch mit Recht ein wenig stolz. Schließlich haben es die sympathischen "Botschafter der Porzellanstadt" geschafft, auch ohne "e.V." in diesem Jahr ihr 45-jähriges Bestehen zu feiern. Nur in kleinem Rahmen werde dieses Jubiläum gefeiert, betonte Bettina Zebisch beim Kameradschaftsabend im Naturfreundehaus. Trotzdem nahm die Vorsitzende den Abend zum Anlass, die letzten 45 Jahre Revue passieren zu lassen. 1957 habe die Hutschenreuther AG der Stadt Selb eine großzügige Spende zukommen lassen, und zwar mit der Bitte, diese für kulturelle Zwecke zu verwenden. So sei ein Teil der Spende dafür eingesetzt worden, um Instrumente für einen Spielmannszug anzuschaffen, erzählte Bettina Zebisch. Am 14. November des selben Jahres sei es dann soweit gewesen: 37 junge Burschen aus verschiedenen Musikgruppen versammelten sich in der Dr. Franz Bogner Schule, um begeistert den Worten des damaligen Oberbürgermeisters Christian Höfer zu lauschen. Das Ergebnis: Sie beschlossen, gemeinsam zu musizieren. Allerdings nur zum Wiesenfest. "Übrigens, wir Mädels waren zu dieser Zeit noch nicht gefragt, was sich allerdings schon 1966 ändern sollte", betonte die Vorsitzende schmunzelnd. Einen ersten Erfolg feierte der Spielmanns- und Fanfarenzug im Jahr 1960 beim Bundesmusikfest in Stockheim: Die Selber belegten mit dem kombinierten Marsch "Feierstunde" von Ferdinand Pleyer auf Anhieb einen ersten Rang mit Auszeichnung. Seit 1967, so berichtete Bettina Zebisch den zahlreichen Musikfreunden, sei der Zug unabhängig von der Stadt Selb - er werde seither in eigener Regie geführt. Einen Schritt heraus aus der Anonymität habe der Spielmannszug im April dieses Jahres getan: Jetzt werde anstatt in den Räumen der Dr. Franz Bogner Schule in denen der Turnerschaft Selb geprobt. Dies würde sich besonders positiv auf die ohnehin schon sehr erfolgreiche Jugendarbeit auswirken. Zudem seien die Musiker nun sehr viel flexibler in den Übungsstunden und die Außenbahn sei wie geschaffen für die Marschproben. "Ich wünsche mir, dass der Spielmannszug einmal das 100-jährige Bestehen feiern kann. Da wäre ich dann 90 Jahre alt. Und wenn ich es erleben sollte, verspreche ich, dass ich zu dieser Gelegenheit die Piccoloflöte spielen werde". Bis dorthin werden auch die jüngsten oder auch älteren Neuanfänger sowie Wiedereinsteiger einige Jahre "auf dem Buckel" haben. Für ihre Mühen wurden sie aber schon jetzt mit einem Schmuckteller ausgezeichnet: Bianca Thiem, Martina und Michaela wunderlich, Timo Gerbet, Anna-Maria Landgraf, Nadja Ploß, Jennifer Schädler, Jasmin Kreitmeier, Nadine Persigehl, Doris Gerbet, Timo Ochsenmeyer, Isabelle Piazzese, Petra Wegmann, Maximilian Engshuber, Tobias Scholz, Karl-Michael Ziems, Bernd Lipsky und Sebastian Volkmann. Ganz offiziell dankte Bettina Zebisch etlichen Musikfreunden, die teils sogar schon über ihr halbes Leben lang im Spielmanns- und Fanfarenzug mitwirken. Zehn Jahre sind Silke Wieja (Lyra; 2. Vorsitzende) und Michael Eckhardt (Marschtrommel) nun schon aktiv. Dafür dankte ihnen Bettina Zebisch mit der Silbernen Nadel und einer Urkunde. Die Goldene Nadel mit Urkunde erhielten Betina Klerner (Piccolo) für ihre 20-jährige Treue zum Spielmannszug. Jeweils ein Viertel Jahrhundert sind Gabi Höfer (Marschtrommel) und Stefan Enzmann (Fanfare; Übungsleiter und Zeugwart) nun starke Stützen des Zuges. Dafür gab's aus den Händen der Vorsitzenden einen Glaskrug, eine Urkunde und zusätzlich das Silberne Bundesehrenzeichen des Nordbayerischen Musikbundes. Heinz Hayen (Marschtrommel; Fanfare; Hauptkassier) und Anton Meißner (Marschtrommel; Tambormajor), "der so nebenbei" auch noch Übungsleiter und seit vielen Jahren auch Vorstandsmitglied ist, wurde für 30 Jahre Treue zum Zug zusätzlich mit dem Goldenen Bundesehrenzeichen des Nordbayerischen Musikbundes ausgezeichnet. Zudem erhält Anton Meißner für 25 Jahre Tambormajor die Goldene Dirigentennadel des Bundesverbandes deutscher Blasmusikverbände. Zum Ehrenmitglied ernannte der Spielmanns- und Fanfarenzug Reiner Schwarzmeier, der nun 35 Jahre die Fanfare für Selb ertönen lässt. Nach so viel Feierlichkeit ging es bei den Selber Marschmusikern natürlich äußerst heiter weiter. Für Schwung auf der Tanzfläche sorgten die "Drei Leit" - allerdings an diesem Abend zu zweit. Auch Helmut Kitter und die Musiker selber brachten mit Mundartvorträgen oder Sketchen gehörig Leben in die große Runde der zahlreichen Gäste. [cathl]
Zeitungsbericht vom 04. November 2002 in der von Cathrin Conradi