Das Alter unseres Spielmanns- und Fanfarenzuges stimmt eigentlich so nicht, denn bereits schon Mitte der 30er Jahre bestanden in Selb zwei Spielmannszüge, als 1937 im Herbst ein dritter, durch Heinrich Pleyer ins Leben gerufen wurde. Mit dieser Gründung wurde der Grundstein für den jetzigen Musikzug gelegt. Bei Ausbruch des Krieges 1939 löste sich der hauptsächlich aus älteren Musikern bestehende "Seniorenzug" auf, da die meisten zu den Waffen gerufen wurden. Der zweite bestehende, mit einer Altersstufe von 14-18 Jahren, war ebenfalls in seiner Existenz gefährdet, und so kam es 1940 zu einer Verschmelzung der noch bestehenden Musikgruppen. Es entstand der erste Spielmanns- und Fanfarenzug, der bis Anfang 1945 musizierte.
Die Beliebtheit des Spielmanns- und Fanfarenzuges Selb fand und findet seinem Niederschlag in den häufigen Verpflichtungen, die er alljährlich nicht nur im oberfränkischen Raum zu erfüllen hat. Wie z.B. in Bad Elster, Fürth, Langenburg und auch in Spanien, um nur einige zu nennen. 1967 löste sich der Musikzug von der Stadt Selb und betrieb nun unter der Leitung von Tambour-Major Horst Müller den Spielbetrieb in eigener Regie. 1966 wurde erstmals der Versuch unternommen, auch Mädchen in das Spielgeschehen einzubeziehen. Dass bei diesem Schritt im Anfang Widerstände und Skepsis zu überwinden waren, konnte nicht ausbleiben. Wenn wir heute zurückblicken, waren wir gut beraten, diesen Weg zu gehen. 1973 gab Horst Müller sein Amt als Tambour und 1. Vorstand aus beruflichen Gründen an den damaligen 2. Vorstand Peter Gründler ab. Peter Gründler verstand es, in seiner knapp 9-jährigen Tätigkeit als Vorstand und Tambour-Major den Spielmanns- und Fanfarenzug Selb wieder kontinuierlich aufzubauen. 1977 konnte man das 20-jährige Bestehen in der damals neugeschaffenen Fußgängerzone feiern. 1984 verstarb der langjährige musikalische Leiter Gerhard Steidl, dem der Musikzug auch heute noch zu Dank verpflichtet ist. Seine Arbeit prägt nach wie vor das musikalische Repertoire des Vereins. Neben seiner Arbeit als Übungsleiter für Querflöten und Lyra obliegt ihm die musikalische Leitung des gesamten Zuges. Das Umschreiben von kombinierten Märschen gelingt ihm genauso gut wie z.B. Suppés "Leichte Kavallerie" dem Spielmanns- und Fanfarenzug zu lernen oder gar eigene Kompositionen zu Papier zu bringen. 1986 stand der Verein vor der Pleite. Nachdem Ende 1985 der damalige Vorstand Sven Höfer den Verein noch finanziell und kameradschaftlich intakt übergeben hatte, schaffte es sein Nachfolger nicht, den Verein in gleicher Weise weiterzuführen. Nur durch konsequentes Sparen und die Mithilfe aller Mitglieder gelang es anschließend Anton Meißner, ab Mitte 1986 um so besser das Vereinsschiff wieder in ordentliche Bahnen zu lenken. So konnte man 1987 das 30-jährige und 1997 das 40-jährige Bestehen mit Anton Meißner als 1. Vorsitzenden und unter der Leitung eines großartigen Festausschusses in einem gebührenden Rahmen gefeiert werden. Am April 2002 sind wir in die Räume der Turnerschaft Selb umgezogen. Man ist gegenüber der Bogner-Schule, wo die vielen Jahre geprobt wurde, von den Zeiten und Übungsstagen und den Räumen flexibler.
Spielmanns- und Fanfarenzug Selb
Als 1957 die Hutschenreuther AG der Stadt eine großzügige Spende zur Verfügung stellte mit der Bitte, dieses Geld kulturellen Zwecken zukommen zu lassen, wurde ein Teil desselben dazu verwandt, Instrumente für einen Spielmanns- und Fanfarenzug anzuschaffen. Am Dienstag, den 14. November 1957 um 19.30 Uhr waren in der Dr. Franz-Bogner-Schule 37 Jungen im Alter von 13-17 Jahren versammelt und hörten begeistert den Worten des Herrn Oberbürgermeisters Höfer zu, der über die Musik im allgemeinen und über die Klangkörper eines Spielmanns- und Fanfarenzuges im besonderen sprach. Es hatten sich auch einige Mitglieder des bereits bestehenden Spielmannszuges eingefunden, und sie erklärten sich spontan bereit, als Übungsleiter zu fungieren. Auch alle anderen Mitglieder des bestehenden Zuges wollten in dem nun neu zu gründenden Zug mitwirken. Daraufhin wurde die Bezeichnung Spielmanns- und Fanfarenzug der Stadt Selb gewählt, da ja diese Jugendgruppe eine städtische Einrichtung war. Somit war die Gründung vollzogen. Erster Vorstand und Leiter wurde Kurt Seifert. Nach einer Ausbildung von nicht ganz einem Jahr trat dann der neue Musikzug zum ersten Mal an die Öffentlichkeit und bespielte das Selber Wiesenfest 1958. 1960 trat die Musikgruppe dem Nordbayerischen Musikbund bei und besuchte im selben Jahr ihr erstes Bundesmusikfest in Stockheim. Hier konnte auf Anhieb ein erster Rang mit Auszeichnung erspielt werden. Als Wertungsstück wurde die "Feierstunde" -komponiert vom unvergessenen Ferdinand Pleyer- vorgetragen. Durch intensive Arbeit hat der Zug heute ein Repertoire, das von Beethoven über Franz von Suppé bis Teige und Komzak reicht, um nur einige zu nennen.
Seit 1950 hatten sich ehemalige Mitglieder des früheren Spielmannszuges zusammengefunden und spielten unter der Stabführung von Kurt Seifert am alljährlich stattfindenden Selber Wiesenfest. Da durch die Kriegswirren und der unmittelbaren Zeit danach viele Instrumente verloren gingen und Fanfaren und Landsknechttrommeln nicht mehr vorhanden waren, wurde nur mit Marschtrommeln und Querflöten sowie einem Basszug gespielt. Das Selber Wiesenfest war allerdings die einzige Veranstaltung, die in ununterbrochener Reihenfolge bis 1957 bespielt wurde. Es gab keine wöchentlichen Übungsstunden wie heute, sondern man traf sich die letzten vier Wochen vor dem Fest und frischte seine Kenntnisse wieder auf. Der damalige Stadtrat und sein Oberbürgermeister -Herr Christian Höfer- schufen in den fünfziger Jahren das Jugendbildungswerk, das unter anderem auch vorsah, der Jugend von Selb die Möglichkeit zu geben, ohne große Eigenkosten ein Instrument zu erlernen und so einen Nachwuchs von Musikern heranzubilden.
Seit Ende 2001 hat man nach langer und intensiver Suche der damaligen Vorstandschaft unter der Leitung des 1.Vorsitzenden, Thomas Birkner wieder einen musikalischen Leiter gefunden. Herr Jelinek leistet gute Arbeit und hat bereits einen Marsch - Gruß aus Selb - für uns komponiert, welcher bereits schon öffentlich aufgeführt wurde. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass von 1957-2002 die Räume der Dr.-Franz-Bogner-Schule, stets unentgeltlich von der Stadt Selb zur Verfügung gestellt wurden. In 45 Jahren haben naturgemäß die Leiter und Vorstände des Zuges gewechselt. Dass sie hier nicht alle namentlich genannt werden, entbindet uns nicht, ihnen an dieser Stelle für ihre Arbeit unseren Dank auszusprechen. Es gibt da dann natürlich auch noch unsere Alt Herren-Abteilung - die "Rähndnär"- Im Jahre 1957 wurde auf Initiative des damaligen Vorstandes, Arno Prell, die "Alte-Herren-Abteilung” mit dem Gedanken gegründet, auch nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Spielbetrieb die Zusammengehörigkeit und Kameradschaft weiterhin zu pflegen. Für diese sogenannten Spielmannszug-Rentner organisierte er Fahrten und rief das Herbstessen ins Leben, welches auch heute noch zur Tradition gehört und sehr großen Anklang findet. Nach dem Tod von Arno Prell nahm 1978 Horst Rauh (Bober) das Geschehen der Rentner in seine Hände und führt es im Sinne seines Vorgängers weiter. Im Jahr 2015 blickten die Rentner auf ihr 40-jähriges Bestehen zurück.
Stabführer - Seifert -
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Unsere Geschichte
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